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Wirtschaft

In aller Kürse

 

Trotz seines Reichtums an natürlichen Ressourcen wie Erdöl bleibt Ecuador hoch verschuldet, und die Tilgung der internationalen Schulden macht jedes Jahr einen  beträchtlichen Teil der Ausgaben des Landes aus..

In der Tat war der auf dem Ölhandel beruhende  Aufschwung in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts  begleitet von einer zunehmenden Verschuldung, die es zusammen mit der nachlässigen Verwaltung des Landeshaushalts heute sehr schwer macht, auch nur die Zinsen auf die  Schulden zurückzuzahlen (100% des BIP 1999).

Das letzte mit dem Internationalen Währungsfonds geschlossene  Abkommen vom März 2003 enthält kurzfristige Haushaltsbegrenzungen sowie Reformen bei den Zöllen, im öffentlichen Dienst und im  Steuersystem. Der Staat hat sich auch verpflichtet, die zahlungsunfähigen Banken, welche die Wirtschaft des Landes destabilisiert haben, zu schließen.

Dank des steigenden Ölpreises war die Handelsbilanz seit 2004 positiv. Die Ölindustrie macht  bis zu 20 % des BIP, 50 % der Exporteinkünfte und über 25 % der Haushaltseinnahmen aus.

Trotz der erheblichen Veränderung, welche die Einführung des Dollars als Währung im Januar 2000 mit sich gebracht hat, weil sie  die Unternehmen zu mehr Wettbewerb zwingt, steigen auch die anderen Exporte beständig ( besonders Bananen und Shrimps, die 17 % des Exports ausmachen). Ecuador steht im Moment vor zwei wirtschaftlichen Herausforderungen: seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen und einheitliche Rahmenbedingungen für das öffentliche Finanzwesen zu schaffen.

 

Mit den Worten eines Ecuadorianers

"Ein großer Einkommenszuwachs belebt  derzeit die Wirtschaft von Ecuador. Seine Quellen sind vielfältig (...) :

ERDÖL

Die Ölpreise sind sehr hoch und sorgen für beträchtliche Einkünfte des Landes. 2006 war ein zusätzlicher, schwindelerregender Gewinn von  900 Millionen Dollar mit dem Ölhandel verbunden. Für das Jahr 2007 liegt die erwartete Zahl (falls es bei dem aktuellen Preis bleibt)  bei 2 Milliarden, und zwar aufgrund einer Reform des Öl- und Gas-Gesetzes, das die  paritätische Beteiligung des Staates an den außerordentlichen Profiten  aus dem steigenden Ölpreis regelt. Keine Frage, trotz dieser  paritätischen Beteiligung  haben  die transnationalen Unternehmen immer noch allzu günstige Bedingungen

EMIGRANTEN

Eine wichtige Einnahmequelle für die ecuadorianische Wirtschaft  stellt auch die Arbeit unserer Landsleute im Ausland dar. Die Auswanderer schicken  immer mehr Geld zurück nach Hause. Laut Zentralbank beliefen  sich  diese Einkünfte  ("remesas") 2005 auf 1,7 Milliarden Dollar . Die InterAmerican Bank of Development schätzt diese Summe auf 2 Milliarden Dollar. Diese Einkünfte  sind  der ecuadorianischen Wirtschaft  also sehr willkommen..

PRIVATE EXTERNE SCHULDEN

Ein Drittel  unserer wirtschaftlichen Einkünfte  ergibt sich aus dem Anstieg der privaten externen Schulden.

Als es 2000 zur Dollarisierung unserer Währung kam, lag die private externeVerschuldung  bei fast 2 Milliarden Dollar. Heute beträgt  sie über 8 Milliarden Dollar.

EXPORT VON ROHSTOFFEN

Er ist durch die erhöhte Nachfrage aus den Vereinigten Staaten, aber  auch anderer Länder wie China oder Indien bestimmt, die sich mit Rohstoffen  aus unserem Land versorgen. Unser Land profitiert von dieser Situation dank der Preissteigerung  von Öl und anderen  Produkten.

ABWERTUNG DES DOLLARS

Als weitere  potentielle Ressource für unsere Wirtschaft wären die aktuellen Veränderungen im Euro/Dollar-Wechselkurs zu nennen. Sie sind eine Chance für unsere Wirtschaft, da die Abwertung des Dollars unsere Exporte  angekurbelt  und uns so eine wettbewerbsfähigere Position ermöglicht hat.

REZESSION

Trotzdem ist die ecuadorianische Wirtschaft gegenwärtig  in einer Rezessionsphase.

Die  Sektoren  Industrie und Landwirtschaft haben noch keinen Aufschwung erfahren,  besonders auf dem Land.

Die meisten Einnahmen stammen aus dem Export von Rohstoffen   wie Öl und  anderer Grundstoffe, die jedoch makroökonomisch einen geringeren Einfluss auf die Schaffung von Arbeitsplätzen  und wenig Auswirkungen auf die übrige Wirtschaft  haben.

DER FLUCH DES ÜBERFLUSSES

Ecuador durchlebt eine Phase, in welcher das Land mit dem Fluch des Überflusses lebt.  Man könnte sagen, dass Ecuador zwar zweifellos ein armes, jedoch ein an natürlichen Ressourcen auch reiches Land ist. Es ist reich an natürlichen Ressourcen mit einer Gesellschaft, deren Exportaktivitäten  nicht in die übrige Wirtschaft  integriert sind, in der die Exportgewinne nicht gerecht verteilt  werden  und die  kein Programm hat, um den demokratischen Prozess zu voranzutreiben. " [1]

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[1] ALBERTO ACOSTA, Ecuadors Energieminister in einem von  Cristiano Morsolin geführten Interview,  übernommen von der Webseite Alter.com - 17 January 2007